LOGBUCH · Juli 2026
Eine App stellt einer 99-Jährigen Fragen, mit der Stimme ihrer Enkelin.
Aus dem Interviewer-Werkzeug, das mein eigenes Arbeiten dokumentiert, wurde ein zweites: eines für Lebenserinnerungen. Die Interviewte ist 99, ihre Enkelin bedient die App. Die Fragen werden laut vorgelesen, mit der geklonten Stimme der Enkelin, weil eine vertraute Stimme bei Schwerhörigkeit besser trägt als eine synthetisch fremde. Die Familie kann Wunschfragen hinterlegen, das Modell stellt sie, wenn das Gespräch den passenden Moment bietet, statt stur der Reihe nach. Antworten werden als Erinnerungskarten gespeichert, zum Blättern wie ein Kartenstapel. Die Daten liegen in einem privaten Repository, das war Bedingung von Anfang an. Von der Idee bis zum ersten echten Interview verging ein Tag.
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