BEFUND · BEOBACHTUNG · Juli 2026
Selbstbegrenzung wird zur Produktivitätskompetenz.
Wenn KI die Grenze der Umsetzung entfernt, muss die Grenze woanders herkommen. Bei mir fehlt sie noch. Das ist Teil des Experiments.
Die Szene
Früher endete ein Projekt-Wochenende an der technischen Grenze: Irgendwann konnte ich nicht mehr weiterbauen, weil Können oder Zeit fehlten. Diese Grenze existiert nicht mehr. Die Agenten sind nachts genauso leistungsfähig wie morgens. Der Einzige, der aufhören müsste, bin ich. Und ich höre oft nicht auf.
Was die Daten zeigen
Die Feldstudie zählt 82,5 Arbeitsstunden pro Woche, mit wenig Zwischenraum. Die Arbeitszeit ist seit dem Umstieg auf Agenten nicht gesunken, obwohl die Umsetzung pro Projekt schneller wurde. Fokus, Gesundheit und die Fähigkeit aufzuhören sind die Messgrößen, bei denen der Extremfall am schlechtesten abschneidet.
Die Grenze
Ich bin hier das Untersuchungsobjekt. Ob Selbstbegrenzung wirklich eine trainierbare Kompetenz ist oder nur ein guter Vorsatz, kann ich noch nicht belegen. Der Status dieser Beobachtung bleibt deshalb: Beobachtung, keine Empfehlung.
Was sich übertragen lässt
Wer KI in die eigene Arbeit holt, bekommt keine Bremse mitgeliefert. Es hilft, die eigene Grenze vorher festzulegen: eine Uhrzeit, eine Projektzahl, ein freier Tag. „Mehr geht immer“ ist ab jetzt der Normalzustand, die Bremse muss von einem selbst kommen.